Elberadweg_Torgau_Schloss Hartenfels_(c) Felix Meyer

Stadtschönheiten entlang des Lutherwegs

Grimma und Torgau- zwei historische Städte im Umland von Leipzig, die zum Teil Weltgeschichte geschrieben haben: Von Martin Luther bis hin zur Begegnung der Alliierten auf der Torgauer Brücke am Ende des 2. Weltkriegs. Hier unsere Tipps für euren Besuch.

chloss Hartenfels in Torgau_(c)_Dirk Brzoska

1

Torgau- die Amme der Reformation

Eine der schönsten Renaissancestädte und die einstige Hauptstadt Kursachsens lockt ihre Besucher mit ihrer 1.000-jährigen Vergangenheit. Torgau ist Lutherstadt und wurde im 16. Jahrhundert das politische Zentrum der Reformation in Deutschland. Der große Reformator Martin Luther weilte nachweislich 40 Mal in Torgau und viele Spuren führen zu ihm.

Schloss Hartenfels, am Ufer der Elbe gelegen, ist ein Meisterwerk der Frührenaissance fügt sich malerisch in das historische Stadtbild Torgaus sein. Bedeutende Personen wie Martin Luther, Lucas Cranach der Ältere und Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige, trugen zur wachsenden Bedeutung des Schlosses bei. Berühmt wurde es, als die amerikanischen und sowjetischen Alliierten am 25. April 1945 symbolisch das Ende des 2. Weltkriegs per Handschlag auf der vor dem Schloss liegenden Elbbrücke in Torgau besiegelten.

Unser Tipp: Ein Blick vom Hausmannsturm und ein Besuch des Schlosscafés

Torgau_Schloss Hartenfels Hauskapelle_Katja Fouad Vollmer

Als besterhaltene Renaissancestadt Deutschlands kann Torgau mit überraschenden und einzigartigen Einblicken in die Stadtgeschichte sowie originaler Bausubstanz punkten. Der Torgauer Museumspfad führt euch zu diesen authentischen Orten, die alle gut fußläufig zu erreichen sind.

Unser Tipp: Besucht das Bürgermeister Ringhain Haus, wo prächtige originale Renaissance-Architektur im Wohnhaus des ehemals reichsten Bürgers von Torgau zu sehen ist.

Die Schlosskirche, die von Martin Luther 1544 eingeweiht wurde, gilt als erster protestantischer Kirchenbau, wo das geistige Programm der Reformation in der Architektur und der Kunst umgesetzt wurde. Das war der Grundstein dafür, dass Torgau das Zentrum der Reformation wurde. Noch heute könnt ihr euch auf den Spuren Luthers in Torgau begeben.

Unser Tipp: Erkundet das bewegte Leben von Katharina von Bora, der Ehefrau Luthers u.a. in ihrem Sterbehaus, welches heute die Katharina-Luther Stube ist.

Grimma_ Stadtansicht_Natalie Rieche

2

Grimma- die Schöne an der Mulde

Die über 400 Meter lange Stadtmauer mit ihren zierlichen Häusern beschützt 26 prächtige Bauten aus fünf Stilepochen: u.a. das berühmte Rathaus mit dem markanten Renaissancegiebel, das feudale Schloss und die Pöppelmannsche Steinbrücke. Grimma - an die Ufer der Mulde geschmiegt - ist ein wahres Bilderbuch der Architekturgeschichte, welches ihr unbedingt entdecken solltet. Eingebettet in eine romantische Flusslandschaft, könnt ihr Stadtbummel und Paddeltour hier ideal miteinander verbinden.

Die imposante Klosterruine Nimbschen mit ihren herrlichen Buchen- und Eichenbeständen kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Selbst Katharina von Bora, die Ehefrau Luthers, verweilte einst hier als Nonne. Aber es gibt nicht nur Historisches: Die einstige Stallung und Speicheranlage wurde in ein schickes Hotel umgebaut.

Unser Tipp: Gleich nebenan befindet sich der Schiffssteg für eine Fahrt mit der Ausflugsfähre oder der alten Seilfähre über die Mulde.

Klosterruine Nimbschen (Copyright © Sylvio Dittrich

Das Museum Göschenhaus ist ein „Museum zum Anfassen“, welches in Erinnerung an den Klassik-Verleger Göschen zu dessen Autoren Goethe, Schiller und Christoph Martin Wieland gehörten. Dieses kleine Museum mit dem einzigartigen klassizistischen Privatgarten widmet sich Göschen und seinen Freunden, u.a. auch dem Schriftsteller Gottfried Seume. Von ihm stammt übrigens das bekannte Zitat „Wo man singt, da laß’ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“.

Ein Meister der Farblehre war der Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald. Sein Haus, das Museum Wilhelm Ostwald Park, beherbergt heute den Nachlass des berühmten Wissenschaftlers. Von selbstgebauten wissenschaftlichen Geräten und Arbeitsinstrumenten bis hin zu Objekten der Farblehre, könnt ihr dort einiges entdecken. Für Liebhaber der Geologie: Der Steinbruch des Wilhelm-Ostwald-Parks liegt inmitten des Geoparks Porphyrland und zeigt die Mächtigkeit erkalteten Magmas.

Unser Tipp: Im Steinbruch finden gelegentlich auch Konzerte statt. Die tolle Akustik und das schöne Ambiente sorgen immer für gute Stimmung.

Muldenschiffahrt_Anlegestelle_(c) Gerhard Weber