c-SilberstadtFreiberg599mediaPaulSchmidt

Stadtschönheiten mit Berggeschrey

Traditionelle Bergstädte mitten im UNESCO Welterbe - das sind Freiberg, Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg. Wenn ihr erzgebirgische und bergmännische Traditionen kennenlernen und vielleicht noch live erleben wollt, dann besucht unsere Stadtschönheiten in der Montanregion. Entdeckt die Highlights, die wir für euch zusammengestellt haben.

Abenteuer Bergbau hautnah erleben im Silberbergwerk ReicheZeche Freiberg_Entdeckertour_850_3068(c) TU Freiberg, Detlev Müller

Stadtschönheiten mit Berggeschrey

Entlang der Silberstraße inmitten des UNESCO Welterbes Montanregion Erzgebirge/ Krušnohoří liegen die Bergstädte Freiberg, Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg. Geprägt durch den Einfluss der über 850 Jahre alten Bergbautradition findet ihr hier allerhand Zeitzeugen dieser aufregenden Epoche, die zum Teil noch sehr lebendig ist. Hier unsere Highlights der drei erzgebirgischen Stadtschönheiten:

Freiberger Eierschecke Spezialität (c)TMGS

1

Freiberg

Hier wurde 1168 mit dem Fund eines Silberklumpens mitten im Wald das Berggeschrey ausgelöst. In kürzester Zeit entwickelte sich an diesem Ort die Stadt Freiberg. Der Silberrausch zog die Menschen förmlich an. Der Glanz und Wohlstand, der daraus entstand, sind noch heute sichtbar. Freibergs Marktplatz gilt als einer der schönsten Deutschlands mit seinen altgotischen Patrizierhäusern und dem Glockenspiel aus Meissener Porzellan am Rathaus.

Die Stadt lädt zum Schlendern und Entdecken ein. In der vor Ort ältesten Tortenmanufaktur Konditorei & Café Hartmann solltet ihr unbedingt die Freiberger Eierschecke probieren, die sich von der Dresdner Variante wesentlich unterscheidet.

Unser Tipp: Für die Romantiker und Nostalgiker unter Euch empfehlen wir eine Gondelfahrt über den Schwanenteich mit einer Einkehr im Schwanenschlösschen.

Unsere Top 3 Highlights, die ihr unbedingt besuchen solltet:

Dom St. Marien Catherdral of Freiberg, Erzgebirge_TVE-Greg_Snell_snellmedia.com

Silbermann- Orgeln

Der berühmte Orgelbauer Gottfried Silbermann hat sich nicht ohne Grund in Freiberg niedergelassen. Hier gab es hochwertige Metalle, gute Hölzer und geschickte Handwerker: alles, was man zum Bauen der welt-besten Orgeln benötigt. Noch heute kann man in die faszinierende Klangfülle der Silberman Orgeln eintauchen z.B. bei einem Konzert im imposanten Freiberger Dom St. Marien mit der berühmtesten Barockorgel der Welt oder in der Orgelwerkstatt im Silbermann Haus.

Mineralien Sammlung

Diese Ausstellung ist eine wahre Glanzleistung. Im Schloss Freudenstein zeigt die Mineraliensammlung „terra mineralia“ die 3.500 schönsten Edelsteine als Kunstwerke der Natur. Sie sind Teil der größten Mineraliensammlung der Welt, die Freiberg wie ein Schatz hütet. Begebt euch auf eine mineralogische Reise um die Welt und in die Vergangenheit. Die Vielfalt und Schönheit werden große und kleine Augen zum Staunen bringen. (Achtung: erst ab Mitte Juli 2021 wieder geöffnet)

Reiche Zeche

Was wäre ein Besuch einer Bergbaustadt ohne ein Bergwerk? Das Silberbergwerk in Freiberg ist eines der größten und ältesten Bergwerke Sachsens und dient heute noch aktiv der Forschung der ansässigen Universität, der TU Bergakademie Freiberg. Des Bergwerks Schacht „Reiche Zeche“ hat allein ein Streckennetz von 20 km und bietet zahlreiche Touren für jedermann: vom Entdecker bis zum absoluten Experten (5 Stunden Tour!). Momentan sind durch Umbauten bis Ende des Jahres leider nur limitierte Touren möglich. Eine tolle Alternative bietet Euch die Schachtanlage „Alte Elisabeth“.

Annaberg-Buchholz_Stadtansicht ©R Küttner @naturephotoron

2

Annaberg-Buchholz

Diese Bergstadt liegt mitten im Erzgebirge, eine der reizvollsten deutschen Mittelgebirgslandschaften. Sie ist Ausgangspunkt für paradiesische Wanderwege und Entdeckungsreisen in die Geschichte hiesiger Bergbautraditionen. Hier hat der Silberrausch, wenn auch ca. 300 Jahre später als in Freiberg, ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Bummelt durch die engen und steilen Gässchen mit prachtvollen Bürgerhäusern, durch die Innenstadt mit geschäftigem Treiben bis hin zur majestätische St. Annenkirche, einem Meisterwerk der spätgotischen Baukunst, die das Stadtbild der romantischen Altstadt prägt.

Unser Tipp: Probiert das traditionelle Neinerlaa im Ratskeller in Annaberg-Buchholz. Es ist d a s Weihnachtsgericht der Erzgebirger, wird aber für euch das ganze Jahr über serviert.

Wir haben euch neugierig gemacht? Hier unsere Favoriten, die ihr unbedingt gesehen haben solltet:

Frohnauer Hammer_Dirk Rückschloss_(1)

Frohnauer Hammer

Der Klang dieser Hämmer schallt schon seit 1621 durch das Sehmatal rund um Annaberg-Buchholz. Eine ehemalige Getreidemühle wurde zum Hammerwerk umgerüstet, damit das Erz aus den umliegenden Bergwerken verarbeitet werden kann. Die Werkstube des Frohnauer Hammers erzählt von Jahrhunderten schweißtreibender Arbeit und zeigt die spannenden Facetten der reichen Handwerkstraditionen im Erzgebirge.

St. Annenkirche

Die mächtige St. Annenkirche erhebt sich ehrwürdig über den Markt von Annaberg-Buchholz. Innen gleicht sie einem Paradiesgarten mit blütenförmigem Gewölbe - über das gesamte Kirchenschiff dekoriert mit Blumen in festlichen Farben. Ein Highlight ist der Altar mit christlichen sowie Bergbau-Motiven, die wie eine Art Comic die Geschichte der Region erzählen. Wenn ihr euch traut, steigt die vielen Treppen den Kirchturm hinauf und besucht das kleine Turmmuseum mit einem grandiosen Blick über die Stadt.

Manufaktur der Träume

Wer hat Lust in die Fantasiewelt längst vergessener Kinderträume einzutauchen? Oder seine Kinder auf eine kleine verspielte Zeitreise mitzunehmen? Die Erlebniswelt „Manufaktur der Träume“ birgt eine unglaubich große Sammlung historischer Spielzeuge mit Märchenwelten, Tieren, Bergmännern und Engeln. Stationen zum Anschauen, Anhören und Mitmachen lassen die Welten lebendig und uns wieder zu Kindern werden. Natürlich ist das der perfekte Ort, um ein kleines authentisches Mitbringsel für zu Hause zu ergattern.

Adam Ries Museum

Adam Ries ist bekannt als der größte Rechenmeister des 16. Jahrhunderts, der das Rechnen für das Volk verständlich machte indem er römische Zahlen durch arabische ersetzte. Was allerdings nicht viele wissen: Adam Ries ist ein Beamter des sächsischen Bergbaues gewesen. Die Bedeutung des berühmten Spruchs "Das macht nach Adam Ries..." findet ihr im nach ihm benannten Museum in Annaberg-Buchholz.

Manufaktur d. Träume c Achim Meurer

3

Schwarzenberg

Idyllisch in die Berglandschaft des Erzgebirges eingebettet, wird Schwarzenberg zu Recht als die Perle des Erzgebirges bezeichnet. Das Stadtschloss und die St. Georgenkirche thronen auf einem Felsvorsprung und sind als Wahrzeichen der markanten Stadtkulisse sichtbar. In der Altstadt laden die schmalen Gässchen und farbenfrohen Häuser zum Shoppen und Verweilen ein. Besonders wenn ihr auf der Suche nach erzgebirgischer Holz- und Schnitzkunst seid, werdet ihr hier fündig. Am Springbrunnen am Markt könnt ihr vier Mal täglich den Klängen des Meissener Porzellanglockenspiels lauschen, wogegen am späten Abend der Nachtwächter und Türmer vom Rathaus die Nachtruhe ankündigt.

Unser Tipp: Schwarzenberg war im Jahr 1945 über 42 Tage eine freie Republik, da sich die amerikanischen Truppen aus ungeklärten Gründen aus der Stadt zurückzogen. Eine lokale Kunstkneipe erinnert noch heute an diese aufregende Zeit.

Schwarzenberg Erzgebirge Luftbild (c) Jürgen Leonhardt

Hier unsere drei Highlights für euren Besuch in Schwarzenberg:

Museum Perla Castrum

Schwarzenberg war schon immer eine geschäftstüchtige Stadt. Daran erinnert das Stadtmuseum Perla Castrum im Schloss. Von beeindruckender erzgebirgischer Schnitzkunst, Zeugnissen zum traditionsreichen Bergbau bis hin zur größten Sammlung von Klöppelpitze gibt es etwas für die gesamte Familie zu entdecken. Kinder können hier ihren eigenen Schwibbogen gestalten oder im Schlossturm die Geschichte des Schlosses spielerisch erkunden.

St. Georgenkirche

Keinerlei Säulen verstellen den Blick in dieser prunkvollen barocken Hallenkirche. Sie ist ein wahres Schmuckstück, das durch das einfallende Tageslicht durch die transparenten Fensterscheiben noch mehr erstrahlt. Die freitragende Holzdecke ist eine technische Meisterleistung, die bereits seit über 300 Jahren hält. Besonders zu empfehlen sind die Konzerte zum Musikfest Erzgebirge, welches 2022 wieder stattfinden wird.

Eisenbahnmuseum

Da schlägt das Herz eines jeden Eisenbahnfans höher. Im Schwarzenberger Eisenbahnmuseum steht die größte Fahrzeugsammlung Sachsens. Hier erfahrt ihr anhand mächtiger Exponate die fast 140-jährige erzgebirgische Eisenbahngeschichte. Das Museum wird vom Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e.V. mit viel Aufwand betrieben und die Eisenbahn-Veteranen intakt gehalten. Besonders empfehlen wir euch eine Fahrt mit der Erzgebirgischen Aussichtsbahn zwischen Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz. Aktuelle Fahrpläne bitte unbedingt vorher prüfen.

Markersbach: Die Dampflok der Erzgebirgischen Aussichtsbahn faehrt ueber das Viadukt in Markersbach. Foto: Uwe Meinhold