So keck wie Raffaels berühmte Engel: Dresden

Frauenkirche, Zwinger, Residenzschloss, Hofkirche und Semperoper. Wer Dresdens Wahrzeichen nicht gesehen hat, verpasst eines der schönsten historischen Altstadt-Ensembles Deutschlands. Und genau hierher wollen wir euch entführen.

So keck wie Raffaels berühmte
Engel

Dresdens architektonische Schätze rund um den Theaterplatz und die Kunstschätze der Staatlichen Kunstsammlungen sind Magneten. Die Sammelleidenschaft der sächsischen Kurfürsten, allen voran August der Starke, machte Dresden als Kunststadt weltberühmt.

Der alte August hätte seine Freude, könnte er sehen, wie sehr den Leuten seine Bauwerke und gesammelten Werke gefallen. Die Dresdner selbst tun immer wieder viel dafür, sie alle entsprechend zu inszenieren. Schauen wir doch zuerst gleich mal in den Dresdner Zwinger. Die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister liefert Grund zu großer Freude. Denn hier erhält die „Sixtinische Madonna“ von Raffael nicht nur neue Aufmerksamkeit, sondern auch ein schickes Umfeld. In den Räumen mit neuem Glanz werden sie und andere berühmte Kunstwerke von Skulpturen bestaunt. Ebenso wie die endlich wieder prächtig funkelnden Paraderäume Augusts des Starken von 1719 im Westflügel des Dresdner Residenzschlosses. Ob zu Fuß, mit dem Rad entlang des Elberadweges, der Kutsche oder einem historischen Schiff der Sächsischen Dampfschifffahrt auf der Elbe – an Dresden und seinen Schätzen führt kein Weg vorbei.

Apropos Raddampfer. Sie gehören zum Gesicht von Dresden wie die kecken Engel zum Gemälde der Sixtinischen Madonna. Die neun schlanken Schiffe mit ihren ausladenden Hüften, unter denen sich riesige Schaufelräder befinden und die Namensgeber für sie sind, glänzen in ihrem Hafen am Dresdner Terrassenufer grün weiß in der Sonne. Wenn die Dampfsirene laut ertönt, ist es das Zeichen, dass sie auf der Elbe gleich in See stechen. Das tun die weit über 100 Jahre alten Schiffsdamen mehrmals täglich. Mit ihnen erkunden Gäste der Stadt und natürlich die Dresdner selbst in gemächlichem Tempo von Dresden die Elbe hinunter die Weinhänge um Meißen und Radebeul. In entgegengesetzter Richtung geht es elbaufwärts an den Dresdner Elbschlössern, Schloss Pillnitz und Pirna vorbei bis zu den Felsformationen der Sächsischen und Böhmischen Schweiz. 86 Flusskilometer insgesamt. Von keinem anderen Fortbewegungsmittel aus, lässt sich die reizvolle Umgebung der sächsischen Landeshauptstadt besser betrachten, als vom Deck eines Schaufelraddampfers. Und ganz nebenbei erfahrt ihr, dass keine Flotte auf der Welt eine derartige Kombination aus so vielen und so alten Seitenraddampfern besitzt wie Dresden. Und deshalb dürfen die Dresdner auch behaupten, es sei die älteste und größte.

Dresdens Herz schlägt für die Kultur – in alten Industriebauten

Wir hatten schon besprochen, dass die meisten Menschen Dresden kulturell vor allem mit der Semperoper verbinden. Viele glauben gar, das markante Gebäude sei die Brauerei einer der bekanntesten Biermarken Deutschlands. Aber weit gefehlt. In der Semperoper spielt die weltbekannte Sächsische Staatskapelle Dresden. In den Pausen kommt die Radeberger Exportbierbrauerei ins Spiel, die als erste in Deutschland Bier nach Pilsener Art braute. Richtig ist: Seit Jahrzehnten verbindet Radeberger Pilsner und die Semperoper eine lange Freundschaft. Und auf jeden Fall sind beide Häuser historische Stätten. Wie das Kraftwerk Dresden Mitte. In das alte Gehäuse ist moderner Zeitgeist eingezogen. Wo früher Strom erzeugt wurde, wird heute getanzt und gesungen. Hier sind unter anderem die Dresdner Staatsoperette und das tjg – theater der jungen generation eingezogen. Die relativ neue Spielstätte am Wettiner Platz ist als Ort für die Kultur ein Beleg dafür, wie sehr man in Dresden an der Elbe nicht nur die eindrucksvollen Barockbauten liebt, sondern auch auf eine lebendige und moderne Kulturszene setzt.

Urban, jung und ein bisschen verrückt – Dresdner Neustadt

Die Augustusbrücke verbindet die historische Altstadt mit dem neuen Dresden: Das urbanste und quirligste Stadtviertel „Äußere Dresdner Neustadt“ beginnt mondän an Haupt- und Königstraße – quasi gleich hinter dem symbolträchtigen Standbild „Goldener Reiter“. Jenseits des Albertplatzes sorgen unzählige Kneipen und internationale Restaurants, Kunstgalerien und trendige Modeläden im sanierten Gründerzeitviertel für Flair. Wer eine äußerst kreative Architektur betrachten will, kommt in die Kunsthofpassage.

Das ist also in Dresden die Kunst – historisch und modern, Jung und Alt, Stadt und Umland zu verbinden. Auch auf dem Wasserweg.

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