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Stadtschönheiten entlang Weinstraße

Savoir vivre heißt es hier - und zwar zurecht. Bietet doch das fast kleinste Weinanbaugebiet Deutschlands alles was ihr für einen genussreichen Urlaub braucht: Hochwertige Weine, kulinarische Higlights gepaart mit romantischen Stadtkernen und jede Menge Kultur. Hier findet ihr unser Insider-Tipps für euren nächsten Besuch in Meißen, Radebeul und Pirna.

Wanderung zum Spitzhaus Radebeul (c) Martin Förster

55 Kilometer misst die Sächsische Weinstraße zwischen Diesbar-Seuslitz und Pirna. Hier findet ihr unsere drei Stadtschönheiten Meißen, Radebeul und Pirna aneinandergereiht entlang der Elbe. Jede hat ihre Besonderheiten und verbirgt natürlich viele Geschichten, die es zu entdecken gilt. Jedoch haben alle drei eins gemeinsam: Den Genuss des Sächsischen Weins.

Wein trinken mit Blick auf Meißen

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Meißen

Meißen ist eine der schönsten mittelalterlichen Städte Deutschlands mit seinen Gotik- und Renaissance-Bauten, die das Stadtbild prägen. Sie lädt zum Verweilen, Bummeln und Genießen ein. Mit engen Gassen, Weinlaub-umrankten Häusern sowie bezaubernden Restaurants und Weinlokalen rund um den Marktplatz, schmiegt sich Meißen an die Ufer der Elbe. Hier, wo König Heinrich I. im Jahr 929 auf einem Felsen eine Wehranlage errichtete, liegt nun die Wiege Sachsens.

Nehmt euch Zeit für eine Führung durch die Altstadt, denn Meißen ist über 1000 Jahre alt und hat viele Geschichten zu erzählen. Die Touristen Information am Markt kann euch bei der Wahl der richtigen Führung mit Sicherheit weiterhelfen. Wenn ihr Meißen lieber selber erkunden wollt, dann lauft vom Markt den Burgberg hinauf zum Meißner Dom und der Albrechtsburg, die ihr unbedingt mit dem digitalen HistoPad erobern solltet.
Unser Tipp: der Biergarten des Hotels und Restaurants Burgkeller - von hier habt ihr eine der schönsten Aussichten über die Dächer von Meißen.

Drei Affen im Museum der Meissen Porzellan-Stiftung Copyright MPS

Das weltberühmte Meissener Porzellan begegnet euch an den verschiedensten Orten, wenn ihr durch Meißen spaziert. Ein Muss ist es, die Manufaktur während eures Aufenthalts zu besuchen. In der Erlebniswelt Meissen könnt ihr in der Schauwerkstatt den aufwendigen Prozess der Herstellung erleben. Im anliegenden Museum erwarten euch imposante und seltene Figuren aus der Geschichte der Manufaktur. Wir empfehlen definitiv eine Führung, die euch viele überraschende Details offenbaren wird.

Unser Tipp: checkt den Veranstaltungskalender der Manufaktur. Bei dem alljährlich stattfindenden "Tag der offenen Tür" könnt ihr den Manufakturisten an ihrem Arbeitsplatz direkt über die Schultern schauen.

Mitten in einem der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands gelegen, solltet ihr euren Besuch in Meißen mit einer Weinverkostung verbinden. Hier habt ihr die Qual der Wahl und besucht entweder die umliegenden Weingüter und Besenwirtschaften oder ihr lasst euch von der Meißner Gastronomie verwöhnen, wie zum Beispiel im historischen Restaurant Vincenz Richter.

Unser Tipp: Ende August gibt es immer den „Tag des offenen Weinguts“, wenn ein Shuttlebus von Weingut zu Weingut fährt und ihr nach Herzenslust Weine probieren und auch die ein oder andere Führung durch die Weinberge und Keller genießen könnt.

Weingut Hoflößnitz in den Weinbergen Radebeuls (c) Martin Förster

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Radebeul

Traumhafte Villenviertel, historische Dorfkerne und Weinberge soweit das Auge reicht- willkommen in Radebeul, die Kultur- und Weinstadt vor den Toren Dresdens. Hier könnt ihr das Leben in vollen Zügen genießen mit kulinarischen Highlights, wunderbaren Weinen und prämierten Sekten - alles in einer ganz gelassenen Atmosphäre.

Die Steinterrassen der Weinberge könnt ihr in Radebeul nicht übersehen. Wenn auch wenig bekannt, wird in Sachsen seit mehr als 800 Jahren Wein angebaut. Was früher 6000 Hektar waren, sind heute gerade einmal ca. 500 Hektar. Wie es dazu kam, könnt ihr im Sächsischen Weinbaumuseum auf dem SWeingut Hoflößnitz entdecken. Wenn ihr es lieber prickeln lassen wollt, besucht das unweit gelegenen Schloss Wackerbarth - die zweitälteste Sektmanufaktur Deutschlands.

Unser Tipp: Wandert vom Hoflößnitz durch die Weinberge zum nahegelegenen Spitzhaus (Achtung: 365 Stufen). Dort habt ihr einen herrlichen Ausblick über Radebeul, Dresden bis hin zur Sächsischen Schweiz.

Streckengeburtstag Die Lößnitzgrundbahn unterwegs nach Radeburg_Foto Lars Neumann

Bei uns sind nostalgische Dampfeisenbahnen zu Hause- so auch in Radebeul. Die Lößnitzgrundbahn, die von den Einheimischen liebevoll „Lößnitzdackel“ genannt wird, fährt euch von Radebeul Ost nach Moritzburg, wo sich das aus Film- und Fernsehen bekannte Jagdschloss von August dem Starken befindet.

Unser Tipp: Wandert vom Schloss Moritzburg zum Fasanenschlösschen. Unterhalb des Schlösschens befindet sich das romantisch angelegte Marcolinihaus, welches zu einer kleinen Stärkung einlädt.

„Verzeih´n Sie, mein Herr, fährt dieser Zug nach Kötzschenbroda…“ so tönt schon seit der Nachkriegszeit ein alter Gassenhauer. Und tatsächlich solltet ihr dem Dorfanger einen Besuch abstatten: zahlreiche Kneipen, Cafés, Ateliers, Galerien und Werkstätten laden zum Genießen, Stöbern und Verweilen ein.

Unser Tipp: In Altkötzschenbroda wird auch immer gern gefeiert. Besonders beliebt ist das Weinfest im Herbst, welches zu den schönsten Weinfesten Deutschlands gehört.

Pirna_Blick auf Markt_Rustam_Shagimordanov_GSC

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Pirna

Romantisches Bummeln in der Altstadt mit dem ultimativen Naturerlebnis der Sächsischen Schweiz vor ihren Toren - das bietet Pirna. Die Kleinstadt mit dem wunderschönen Stadtkern, der schon Canaletto inspirierte, liegt direkt an der Elbe und kann mit den zahlreichen Kaffees und Wirtshäusern, aber auch mit abwechslungsreichen Ausflugsprogrammen punkten.

Läutet die verdiente Auszeit mit „een Schälchen Heeßen und ä Stikkchen Guchen“ ein. Probiert mal Ilses Kaffeestube im Peter-Ullrich-Haus am Markt, einem der ältesten Häuser Sachsens.

Ein wahres Zeugnis der Inspiration, zeigen die Richard Wagner Stätten in Graupa, einem Stadtteil von Pirna. Hier verfasste der berühmte Komponist in einem Schaffensrausch die romantische Oper „Lohengrin“. Drei Jahre nachdem er als Königlich-Sächsischer Kapellmeister an der Dresdner Hofoper seine Karriere begann, verschlug es ihn in die idyllische und inspirierende Landschaft zwischen Pillnitz und der Sächsischen Schweiz.

Unser Tipp: das Wagner-Denkmal im unweit entfernten Liebethaler Grund. Inmitten der gewaltigen Natur der Sächsischen Schweiz könnt ihr euch berauschen lassen wie einst Wagner für seinen Lohengrin.

939_Festung Königstein aus der Vogelperspektive_c_Procopter

Lernt das wildromantische Elbtal mit einem der historischen Schaufelraddampfer der Sächsischen Dampfschifffahrtgesellschaft kennen. Von aus könnt ihr gemütlich auf der Elbe entlang schippern und die Landschaft genießen. Das Schiff hält an vielen Ausgangspunkten für wunderschöne Wanderungen.

Unser Tipp: Fahrt bis nach Königsstein. Von der Anlegestelle könnt ihr dann auf die Festung Königstein wandern oder alternativ den Festungsexpress nutzen. Die 800 Jahre alte Wehranlage ist ein eindrucksvoller Bau verschiedenster Epochen. Imposant steht sie auf einem Felsplateau inmitten des Elbsandsteingebirges und bietet euch eine spektakuläre Aussicht.

Auch an Aktivitäten mangelt es nicht in der Region. Von Pirna aus gibt es zahlreiche Wanderwege - besonders in Richtung der angrenzenden Sächsichen Schweiz. Selbst der bekannte Malerweg, einer der schönsten Wanderwege Deutschlands, führt durch die Stadt.

Unser Tipp: Wandert den ersten Abschnitt des Sächsischen Weinwanderwegs, der bei Pirna beginnt. Er führt euch über die Rysselkuppe und den Pillnitzer Königlichen Weinberg zur Pillnitzer Weinbergskirche und endet beim Pillnitzer Schloss. Entlang des Weges ist ein Besuch beim Winzer Klaus Zimmerling, einem der renommiertesten Winzer Sachsens und seiner Frau, der Künstlerin Małgorzata Chodakowska, ein absolutes Muss. Zurück kommt ihr ganz bequem mit dem Bus oder per Schiff.

Pillnitz_Weinbergskirche_Heidi Diehl